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Mit WLAN durch Wände sehen: beQ zu Gast im VENTURE AI PODCAST

  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit


Unser VP Sales & Operations Sebastian Ruppert hat mit Norman Müller vom Bundesverband für KI-Transformation über eine Frage gesprochen, die uns täglich beschäftigt: Wie macht man Gebäude intelligent, ohne die Menschen darin zu überwachen?


Draußen ist die Welt vermessen. Satelliten, GPS und Karten liefern zu fast jedem Ort auf der Erde Daten in Echtzeit. Doch sobald man ein Gebäude betritt, endet diese Transparenz an der nächsten Wand. Genau dort setzt beQ an, und genau darüber wollte Norman Müller in der aktuellen Folge des VENTURE AI PODCAST reden. Seine Eingangsfrage hatte es in sich: Entsteht hier ein datenschutzfreundlicher Technologiesprung oder nur die nächste elegant verpackte Form von Überwachung?

Eine berechtigte Frage. Und eine, der wir uns gerne stellen.



Vom Uni-Experiment zum Geschäftsmodell

Unser Slogan lautet: mit WLAN durch Wände sehen. Das klingt zunächst weit hergeholt, und genau deshalb haben wir ihn gewählt. Dahinter steckt allerdings solide Wissenschaft. Den Anfang machte ein Universitätsexperiment, das zeigte, dass handelsübliche WLAN-Router nebenbei Signaldaten erzeugen, die ähnlich wie ein Sonar funktionieren. Bewegt sich eine Person oder ein Objekt durch das Signalfeld, verändert sich das Signal messbar. Diese Daten wurden bisher schlicht nicht genutzt. Norman brachte es im Gespräch auf eine schöne Formel: Datenmüll, recycelt.

Aus dieser Grundlage haben wir eine Technologie entwickelt. Die vorhandene WLAN-Infrastruktur eines Gebäudes wird um unsere Hardware-Einheit M-QUBE und die beQ-Software ergänzt. Mehr braucht es nicht, keine Kameras, keine zusätzlichen Sensoren, keine neue Verkabelung. Die Installation funktioniert remote, und danach liefert das System in Echtzeit auswertbare Informationen über Personenzahlen, Bewegungen, Verweildauern oder die Position von Objekten. Menschen erscheinen dabei ausschließlich als anonyme Silhouetten.

Den entscheidenden Schub hat die künstliche Intelligenz gebracht. Erst KI-Modelle machen aus den schwachen Signalveränderungen verlässliche Erkenntnisse, und erst sie machen die Lösung so effizient, dass sie breit bezahlbar wird. Für den Endkunden kostet das System rund 10 Cent pro Quadratmeter im Monat. Bei 4.000 Quadratmetern Ladenfläche sind das 400 Euro. Wir sind überzeugt, dass eine Technologie den Menschen erst dann wirklich hilft, wenn sie sich nicht nur Konzerne leisten können.


Was man damit anfangen kann

Im Gespräch sind wir einige Anwendungsfälle durchgegangen, und jede Branche hat ihren eigenen. Ein Einkaufszentrum erkennt, welche Wege die Besucher nehmen, wo sie stehen bleiben und wie lange. Bisher sitzt dafür vielerorts tatsächlich noch jemand mit einem Handzähler am Eingang. Ein Hotel weiß, dass ein Zimmer bereits um neun Uhr freigeworden ist, und kann den Zimmerservice früher schicken, statt bis zum offiziellen Checkout zu warten. Ein Logistiker kann nachvollziehen, wohin Ware in seinem Lager verschwindet, ohne jedes Teil mit einem Sensor auszustatten.

Und dann gibt es die Fälle, in denen es um mehr geht als um Effizienz. Ein Pflegeheim erkennt, wenn ein Bewohner gestürzt ist und seit einer halben Stunde auf dem Boden liegt. Rettungskräfte sehen im Brandfall, ob und wo sich noch Personen im Gebäude aufhalten, und müssen nicht alle 198 Zimmer einzeln öffnen, um es herauszufinden.


Die unbequemen Fragen

Norman hat es uns nicht leicht gemacht, und das war gut so. Sein Beispiel: In einer Spedition sitzt Klaus auf dem Stapler, seine Schicht ist bekannt, seine Silhouette damit im Zweifel zuordenbar. Ist das nicht doch Überwachung?

Unsere Antwort darauf ist zweigeteilt. Erstens: Die Daten, die unser System herausgibt, sind zunächst anonym. Wo eine Zuordnung wirklich gebraucht wird, etwa in der Pflege, arbeitet das System pseudonymisiert, und allein der Betreiber kann den Bezug zur Person herstellen, über seine eigenen Daten, die nicht Teil unseres Systems sind. Zweitens: Für Lagerhallen und Arbeitsplätze gibt es heute schon Kameraüberwachung, mit allem, was dazugehört. Wir sind nicht schlimmer als das, was es bereits gibt. Wir sind die datenschutzfreundlichere Alternative dazu. Und wer als Arbeitgeber gar keine Auswertung möchte, bekommt mit unserem System auch keine.

Auch die Verantwortungsfrage kam auf den Tisch: Was, wenn die Software im Brandfall meldet, das Gebäude sei leer, und es stimmt nicht? Unsere Haltung dazu ist klar. beQ liefert Informationen, aber trifft keine Entscheidungen. Die Feuerwehr wird weiterhin jedes Zimmer prüfen, so wie sie es heute tut. Der Unterschied ist, dass sie zuerst dorthin gehen kann, wo unser System noch Menschen anzeigt. Das verschlechtert den bisherigen Zustand an keiner Stelle, es verbessert ihn. Die finale Entscheidung bleibt beim Menschen, im Notfall genauso wie im Geschäftsalltag. Verträge unterschreibt am Ende eine Geschäftsführerin oder ein Geschäftsführer, keine künstliche Intelligenz.


Wo die Daten bleiben

Eine Frage aus dem Gespräch verdient einen eigenen Absatz, weil sie uns oft gestellt wird: Was macht beQ eigentlich mit all den Daten? Die Antwort ist kurz. Nichts. Die Daten verbleiben dezentral beim Kunden, auf dessen eigener Infrastruktur. Es gibt keinen zentralen Datenpool bei uns, der irgendwann zum Risiko werden könnte, und wir haben uns bewusst dagegen entschieden, Datenhändler oder Unternehmensberater zu werden. Unser Kern ist die Technologie, und die entwickeln wir weiter.

Beim Home-QUBE, unserer Variante für den Privatbereich, gehen wir noch einen Schritt weiter. Die häufigste Frage in Präsentationen lautet sinngemäß, ob man damit den Nachbarn beobachten könne. Kann man nicht, und das ist Absicht: Jeder Nutzer muss den Grundriss der eigenen Wohnung hinterlegen, das System arbeitet nur innerhalb dieser Grenzen.


Wie es weitergeht

Im Juli haben wir unser MVP veröffentlicht, jetzt startet die Erprobung mit ersten Testkunden. Der breite Marktstart ist für Anfang 2028 geplant. Wer die Technologie früh im eigenen Unternehmen ausprobieren möchte oder informiert bleiben will, findet den Link zur Warteliste in den Shownotes der Podcast-Folge, oder meldet sich direkt bei uns.

Die ganze Folge mit allen Fragen, auch denen, die wir hier nicht untergebracht haben, gibt es hier: https://www.youtube.com/watch?v=-E1UG-DoJdI

Unser Dank geht an Norman Müller und den Bundesverband für KI-Transformation, in dem wir seit über einem Jahr Mitglied sind, für ein Gespräch, das die richtigen Fragen gestellt hat.

 
 
 

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